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Gold verliert überraschend im Iran-Krieg: Experten rätseln über Preisrückgang der «Krisenwährung»
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Gold verliert überraschend im Iran-Krieg: Experten rätseln über Preisrückgang der «Krisenwährung»

Der Goldpreis entwickelt sich im Iran-Krieg völlig anders als erwartet. Während das Edelmetall in vergangenen Krisen oft als sicherer Hafen diente und im Preis stieg, verzeichnet es aktuell deutliche Verluste. Diese ungewöhnliche Entwicklung sorgt für Diskussionen in Finanzkreisen und wirft Fragen über die Rolle von Gold in modernen Konflikten auf.

Darum gehts

  • Der Goldpreis fällt trotz Iran-Krieg, was historisch untypisch für Krisenzeiten ist
  • Finanzexpertin Alexandra Janssen beobachtet deutlich gesunkene Liquidität an den Finanzmärkten seit Kriegsbeginn
  • Anleger reagieren bisher überraschend ruhig auf die geopolitischen Spannungen
  • Experten suchen nach Erklärungen für das veränderte Verhalten der traditionellen «Krisenwährung»

Was berichten die Medien?

Die NZZ analysiert ausführlich das ungewöhnliche Verhalten des Goldpreises während des Iran-Kriegs. Die Zeitung stellt fest, dass sich Gold «im Gegensatz zu Aktien historisch gesehen in Krisen oft gut gehalten oder sogar deutlich gestiegen» ist. Das aktuelle Minus wirft daher grundlegende Fragen über die Rolle von Gold als Krisenwährung auf.

Alexandra Janssen, Chefin des Zürcher Vermögensberaters Ecofin, äussert im NZZ-Interview ihre Besorgnis über die «deutlich gesunkene Liquidität an den Finanzmärkten seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs». Gleichzeitig betont sie, dass Anleger bisher «erstaunlich ruhig geblieben» seien. Diese Ruhe steht im Kontrast zu früheren Krisen, wo Panikverkäufe und Flucht in sichere Häfen wie Gold üblich waren.

Gold gilt traditionell als Krisenwährung, verhält sich im aktuellen Konflikt aber untypisch
Gold gilt traditionell als Krisenwährung, verhält sich im aktuellen Konflikt aber untypisch
Bild: Nataliya Vaitkevich / Pexels

Die BBC untersucht die Synchronität zwischen Trumps Äusserungen und den Ölmärkten. Die britische Nachrichtenagentur stellt die Frage: «But are traders growing less responsive?» Dies deutet darauf hin, dass Märkte möglicherweise weniger sensibel auf geopolitische Entwicklungen reagieren als in der Vergangenheit.

Unterschiedliche Perspektiven

Die internationalen Medien zeigen unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Berichterstattung. Während sich Schweizer Medien wie die NZZ stark auf die Finanzmarktperspektive und die Auswirkungen auf traditionelle Anlageformen konzentrieren, legen angelsächsische Medien wie die BBC und die New York Times mehr Gewicht auf die geopolitischen Aspekte.

Die New York Times zieht Parallelen zu den Ölkrisen der 1970er Jahre und fragt: «The Oil Shocks of the '70s Changed the World. Will the Iran War Do the Same?» Die Zeitung erinnert daran, dass damals «Gas lines and quadrupling oil prices freaked out American consumers», aber auch dass «the oil crises also transformed global finance».

Interessanterweise berichten britische Medien wie die BBC über steigende Benzinpreise in Grossbritannien, wo «Motorists are facing higher fuel prices ahead of Easter break due to the conflict in the Middle East». Dies zeigt, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts regional unterschiedlich wahrgenommen werden.

Der grössere Kontext

Um das aktuelle Verhalten des Goldpreises zu verstehen, lohnt ein Blick in die Geschichte. In vergangenen Krisen wie dem Golfkrieg 1991, dem Irakkrieg 2003 oder der Finanzkrise 2008 stieg der Goldpreis typischerweise an. Anleger flüchteten in das Edelmetall als vermeintlich sicheren Hafen.

Finanzmärkte reagieren heute anders auf Krisen als noch vor wenigen Jahrzehnten
Finanzmärkte reagieren heute anders auf Krisen als noch vor wenigen Jahrzehnten
Bild: www.kaboompics.com / Pexels

Die aktuelle Situation unterscheidet sich jedoch in mehreren Punkten. Erstens hat sich die Struktur der Finanzmärkte grundlegend verändert. Algorithmischer Handel, Exchange Traded Funds (ETFs) und andere moderne Finanzinstrumente haben die Marktdynamik verändert. Zweitens spielen heute Kryptowährungen eine Rolle, die es in früheren Krisen nicht gab. Die NZZ berichtet über die Herausforderungen für Kryptowährungen durch Quantencomputer, was zeigt, wie komplex das moderne Finanzsystem geworden ist.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die veränderte geopolitische Lage. Die New York Times analysiert, wie Iran einen ausgeklügelten Informationskrieg führt: «Propaganda and disinformation have flooded the internet in a sophisticated effort to undermine support for U.S. and Israeli attacks.» Dies zeigt, dass moderne Konflikte auf mehreren Ebenen geführt werden, was die Marktreaktionen komplexer macht.

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Die BBC berichtet über eine «Ripple of fear» unter britischen Konsumenten wegen des Iran-Kriegs. Eine wichtige Umfrage zeige «growing doubt among shoppers over prospects for the UK economy in the next year». Diese Konsumentenunsicherheit kontrastiert mit der relativen Ruhe an den Finanzmärkten.

Bemerkenswert ist auch die militärische Eskalation. Die New York Times meldet die Ankunft von U.S. Marines im Nahen Osten und den Eintritt der Houthis in den Krieg. Ein US-Beamter bestätigte, dass «an Iranian strike at a military base in Saudi Arabia injured around two dozen U.S. troops, one of the most serious breaches of American defenses since the war began».

Die globale Wirtschaft ist heute stärker vernetzt als in früheren Krisenzeiten
Die globale Wirtschaft ist heute stärker vernetzt als in früheren Krisenzeiten
Bild: Markus Winkler / Pexels

Trump verlängert laut NZZ sein Ultimatum um weitere zehn Tage. Washington denke darüber nach, «zusätzliche 10'000 Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden und für die Ukraine bestimmte Waffenlieferungen umzuleiten». Dies zeigt die komplexen Verflechtungen verschiedener Konfliktherde.

Fazit

Das ungewöhnliche Verhalten des Goldpreises während des Iran-Kriegs wirft grundlegende Fragen über die Funktionsweise moderner Finanzmärkte auf. Während Gold historisch als Krisenwährung galt, zeigt die aktuelle Entwicklung, dass alte Muster nicht mehr automatisch greifen.

Die Medienberichterstattung offenbart unterschiedliche regionale Perspektiven: Schweizer Medien fokussieren auf Finanzmarktaspekte, britische Medien auf Konsumentenängste und steigende Benzinpreise, während amerikanische Medien die geopolitischen Dimensionen betonen.

Die relative Ruhe der Anleger trotz erheblicher geopolitischer Spannungen deutet auf eine veränderte Marktpsychologie hin. Möglicherweise haben sich Märkte an Krisen gewöhnt, oder neue Finanzinstrumente und Handelsstrategien dämpfen traditionelle Fluchtreflexe.

Die sinkende Marktliquidität, von der Alexandra Janssen spricht, könnte jedoch ein Warnsignal sein. Gleichzeitig zeigt die militärische Eskalation mit dem Eintritt der Houthis und Verlusten unter US-Truppen, dass der Konflikt sich ausweitet.

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