
Anlageberatung in der Schweiz: Kosten und Modelle im Vergleich
Viele Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz wissen nicht, wie viel sie tatsächlich für ihre Anlageberatung bezahlen.

Wer genau hinschaut, stellt fest: Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind gross, und Gebühren können einen spürbaren Teil der Rendite ausmachen.
Darum gehts
- Wie sich die Kosten für Anlageberatung in der Schweiz zusammensetzen
- Wie gross die Kostenunterschiede zwischen den Modellen sind
- Was Retrozessionen sind und wie sie wirken
- Wie sich ein honorarbasiertes Modell langfristig auswirkt
Was kostet Anlageberatung in der Schweiz wirklich?
Die Kosten für eine Anlageberatung in der Schweiz setzen sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen: Mandatsgebühren, Verwaltungsgebühren, Abschlussgebühren, Depotgebühren, Ausgabeaufschläge, Rücknahmekommissionen, Transaktionskosten (Courtagen), Währungswechselgebühren, Produktkosten (TER der eingesetzten Fonds), Stempelabgaben und je nach Anbieter Vergütungen in Form von Retrozessionen.
Laut einer Erhebung von moneyland.ch aus dem Jahr 2025 betragen die Pauschalgebühren für eine Anlageberatung mit hohem Aktienanteil und einem Anlagebetrag von CHF 500'000 zwischen rund CHF 1'250 und über CHF 7'000 pro Jahr, je nach Bank.
Anlagekosten im Vergleich
Beispiel: Depot mit einem Wert von 500'000 Franken
| Honorarmodell (ETF-basiert) | Ø 3 grösste Banken (mit Anlageberatung) | Ø 3 grösste Banken (ohne Anlageberatung) | |
|---|---|---|---|
| Depot-/Beratungsgebühr | 2'000 CHF | 5'400 CHF | 1'700 CHF |
| Transaktionskosten | 200 CHF | 250 CHF | 1'200 CHF |
| Produktkosten (TER) | 500 CHF | 3'750 CHF | 3'750 CHF |
| Retrozessionen | Keine | Möglich (offenlegungspflichtig) | Möglich (offenlegungspflichtig) |
| Total Gebühren pro Jahr | 2'700 CHF | 9'400 CHF | 6'650 CHF |
| Total Gebühren pro Jahr in % | ca. 0,54% | ca. 1,88% | ca. 1,33% |
Warum schon kleine Kostenunterschiede einen riesigen Effekt haben
Kosten wirken unspektakulär als Prozentzahl. Doch der Effekt potenziert sich über die Zeit durch den Zinseszins.
Hochrechnung: Was Gebühren über 30 Jahre kosten
| Honorarmodell | Bank mit Beratung | Bank ohne Beratung | |
|---|---|---|---|
| Gesamtkosten p.a. | ca. 0,60% | ca. 1,88% | ca. 1,33% |
| Endvermögen nach 30 Jahren | CHF 2'422'000 | CHF 1'679'000 | CHF 1'966'000 |
| Differenz zum Honorarmodell | – CHF 743'000 | – CHF 456'000 |
In diesem Rechenbeispiel hat ein Anleger, der CHF 500'000 bei einer grossen Bank mit Anlageberatung investiert, nach 30 Jahren rund CHF 743'000 weniger als mit einem Honorarmodell mit ETFs. Der Unterschied entsteht allein durch die Gebühren.
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Erstgespräch buchen →Wie sich die Kosten bei Banken zusammensetzen
Viele Schweizer Banken haben Paketlösungen in der Anlageberatung eingeführt. Verschiedene Dienstleistungen werden in einer All-in-Fee gebündelt. Doch zusätzlich kommen Produktkosten hinzu. Wenn die Bank aktiv verwaltete Fonds aus dem eigenen Haus einsetzt, liegen deren TER häufig bei 1.0% bis 1.5% pro Jahr. Wer alle Ebenen zusammenzählt, kann auf 1.5% bis 2.5% pro Jahr kommen.
Bankeigene Produkte und aktive Fonds
Setzt eine Bank eigene Produkte ein, fallen neben der Beratungsgebühr auch Produktkosten an, die ebenfalls der Bank zugutekommen. Studien zeigen, dass aktiv verwaltete Fonds langfristig in der Mehrzahl hinter passiven ETFs zurückbleiben.
Retrozessionen: Was sie sind und was gilt
Retrozessionen sind Rückvergütungen, die Produkteanbieter an Banken zahlen, wenn diese deren Produkte im Kundendepot halten. Das Bundesgericht hat seit 2006 klargestellt, dass Retrozessionen dem Kunden gehören. Retrozessionen sind weiterhin zulässig, wenn sie offengelegt werden und der Kunde ausdrücklich darauf verzichtet.
Honorarbasiert vs. provisionsbasiert
Bei Banken wird die Beratung oft über eine Beratungs- oder Paketgebühr und die Produktkosten bezahlt, teils auch über Retrozessionen. Ein honorarbasiertes Modell stellt die Beratungsleistung direkt in Rechnung, ohne Vergütungen von Dritten. So sind die Interessen von Berater und Kunde gleich ausgerichtet.
Anlageberatung bei Vemo
Wir bei Vemo arbeiten honorarbasiert und vollständig unabhängig. Wir setzen keine eigenen Anlageprodukte ein, erhalten keine Retrozessionen, und empfehlen ausschliesslich Lösungen, die für den Kunden optimal sind. Unsere Beratung basiert auf passiven Anlagelösungen (ETFs und Indexfonds).
Anlageberatung in der Schweiz: Ein Vergleich
| Kriterium | Klassische Bankberatung | Honorarbasierte Beratung (z.B. Vemo) |
|---|---|---|
| Vergütungsmodell | Beratungs- oder Paketgebühr, Produktkosten, teils Retrozessionen | Fixe Beratungsgebühr |
| Produkte | Aktive Fonds, oft bankeigen | Passive ETFs |
| Gesamtkosten p.a. | oft 1.5% bis 2.5% | unter 0.50% |
| Interessenkonflikte | Können entstehen | Keine durch Drittvergütungen |
| Transparenz | Kosten teils in den Produkten enthalten | Kosten direkt sichtbar |
Fazit: Gute Anlageberatung muss nicht teuer sein
Anlageberatung in der Schweiz kostet je nach Modell sehr unterschiedlich viel. Ein unabhängiges, honorarbasiertes Modell mit passiven Anlagelösungen ist eine kostengünstige Alternative, die sich zu prüfen lohnt. Auch in der Säule 3a sind die Kostenunterschiede enorm. Wer Beitragslücken hat, kann diese seit 2026 sogar nachzahlen.
Quellen: moneyland.ch (Vermögensverwaltungsstudie 2025), Bundesgerichtsentscheide zu Retrozessionen, FIDLEG.
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