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Iran-Krieg und Ölpreisschock: SMI verliert 6,6% – wie du dein Portfolio jetzt schützt
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Iran-Krieg und Ölpreisschock: SMI verliert 6,6% – wie du dein Portfolio jetzt schützt

Es war einer jener Montage, die Börsianern den Schweiss auf die Stirn treiben: Während die Welt noch schlief, hatten US- und israelische Streitkräfte Ende Februar 2026 iranische Militäranlagen und Energieinfrastruktur bombardiert. Die geopolitische Bombe war gezündet – und die Finanzmärkte reagierten explosionsartig. Der Ölpreis der Sorte Brent schoss in den Tagen danach auf über 110 US-Dollar pro Fass. Der Schweizer Leitindex SMI sackte in den ersten Handelstagen der Märzwoche um bis zu 6,6 Prozent ein und kämpfte um die kritische 12'000-Punkte-Marke.

Doch dann, am 23. März 2026, die unerwartete Wendung: US-Präsident Donald Trump verkündete eine fünftägige Angriffspause nach dem Beginn diplomatischer Gespräche mit dem Iran. Die Börsen explodierten förmlich – der SMI gewann innerhalb von zehn Minuten 450 Punkte, der Ölpreis stürzte von über 110 auf rund 89 US-Dollar pro Fass. Ein Auf und Ab, das exemplarisch zeigt, wie fragil die Märkte derzeit sind – und wie wichtig es ist, einen kühlen Kopf zu bewahren.

⚡ Darum gehts

  • US-israelische Angriffe auf den Iran Ende Februar 2026 lösten einen massiven Ölpreisschock aus (über 110 $/Fass).
  • Der SMI verlor in einer Woche 6,6% und testete die 12'000er-Marke.
  • Trumps Ankündigung einer 5-tägigen Angriffspause am 23. März liess die Börsen stark erholen (+1,6% SMI).
  • Der Ölpreis fiel danach um bis zu 14% innerhalb eines Tages auf ~89 US-Dollar.
  • Zentralbanken weltweit, inkl. SNB, halten die Zinsen stabil – sie wollen die Volatilität nicht noch verstärken.

Chronologie des Schocks: Von der Eskalation zur Atempause

Um die aktuelle Lage zu verstehen, lohnt ein kurzer Blick auf die Ereignisse der letzten Wochen:

28. Februar 2026: US- und israelische Streitkräfte greifen iranische Militäranlagen und Energieinfrastruktur an. Iran droht mit Vergeltung und kündigt an, die Strasse von Hormus zu sperren – durch die täglich rund 20% des weltweiten Ölangebots transportiert werden.

2. März 2026: Brent-Rohöl steigt am ersten Handelstag nach den Angriffen um bis zu 13% auf über 82 US-Dollar (lt. World Economic Forum). In den Folgewochen steigt der Preis weiter auf über 110 US-Dollar.

Woche 2–3 März: Der SMI verliert kumuliert 6,6%. Defensive Werte wie Nestlé und Roche halten sich besser; Industrietitel wie ABB und Swisscom stehen unter Druck. Gold als sicherer Hafen steigt zunächst stark, erlebt dann aber laut den globalen Wirtschaftsnachrichten seinen schlimmsten Zweitagesrückgang seit der Pandemie.

23. März 2026: Trump gibt bekannt, Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen. Die Märkte reagieren euphorisch: Der SMI springt vorübergehend +1,6%, der DAX gewinnt rund 1'200 Punkte, der Ölpreis fällt um bis zu 14%.

Ölraffinerie bei Sonnenuntergang
Der Ölpreisschock erschütterte Lieferketten und Finanzmärkte gleichermassen. Bild: Unsplash / Zbynek Burival

Was verschiedene Medien berichten

  • Blick titelte «Börse reagiert euphorisch auf Angriffspause» und beschrieb die Erholung als «gewaltiges Comeback». Gleichzeitig warnte das Boulevardblatt, dass die Ruhe trügerisch sei – Iran hat die Gespräche laut Bloomberg umgehend dementiert.
  • 20 Minuten sprach von der «grössten Ölkrise der Geschichte» und zitierte Experten, die einen anhaltenden Preisanstieg auf über 130 US-Dollar befürchten, sollte die Strasse von Hormus tatsächlich gesperrt werden.
  • Ad-hoc-news analysierte die Sektor-Auswirkungen: Ölaktien (BP, Shell, TotalEnergies) profitierten; Fluggesellschaften, Chemiefirmen und Automobilhersteller litten. Für Value-Anleger sieht die Redaktion interessante Einstiegsmöglichkeiten.
  • Finanz und Wirtschaft berichtete detailliert über die SMI-Bewegungen: Richemont (+5,5%), Partners Group (+2,2%) und UBS (+1,7%) gehörten zu den stärksten Gewinnern nach der Trump-Ankündigung. Verlierer blieben vorerst ABB und Swisscom.
Handelssaal Börse
Volatilität wie selten zuvor: Händler weltweit kämpften mit den extremen Kursbewegungen. Bild: Unsplash / Marga Santoso

Verschiedene Perspektiven: Wie Experten die Lage beurteilen

Die pessimistische Sicht: Struktureller Ölpreisanstieg

Analysten von Goldman Sachs und J.P. Morgan warnen, dass selbst bei einer diplomatischen Lösung die strukturellen Risiken bestehen bleiben. Der Iran ist der drittgrösste OPEC-Produzent. Sanktionen, die im Zuge des Krieges verhängt wurden, könnten das globale Ölangebot dauerhaft um 1–2 Millionen Barrel pro Tag verknappen. Das würde Öl langfristig teurer machen – und die Energierechnung für Haushalte und Unternehmen erhöhen. Gemäss S&P Global könnte Brent-Öl auch nach einer Beruhigung bei 70–80 US-Dollar pro Fass verharren – deutlich über dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Die optimistische Sicht: Kurzes Aufflackern, schnelle Normalisierung

Andere Experten, darunter Ökonomen der Raiffeisen und der Zürcher Kantonalbank, sehen die aktuelle Eskalation als temporären Schock. Historisch gesehen haben sich Ölpreisschocks durch Nahost-Konflikte selten als dauerhaft erwiesen. Die USA haben strategische Ölreserven und die OPEC+ kann die Produktion hochfahren, um Preisanstiege zu dämpfen. «Wenn die Strasse von Hormus nicht dauerhaft gesperrt wird, normalisiert sich der Ölpreis innerhalb von drei bis sechs Monaten», prognostiziert eine Analystin.

Die Schweizer Perspektive: Franken als Schutzschild

Für Schweizer Anleger hat der Konflikt einen unerwarteten Vorteil: Der Franken hat als sicherer Hafen profitiert. Wer einen Teil seines Portfolios in CHF hält, hat die schlimmsten Turbulenzen abgefedert. Die SNB beobachtet die Frankenaufwertung jedoch mit Argusaugen – eine zu starke Währung schadet der exportorientierten Schweizer Wirtschaft.

Globale Wirtschaftsvernetzung
Geopolitische Schocks machen die globale Vernetzung der Finanzmärkte sichtbar. Bild: Unsplash / Markus Spiske

Unsere Einschätzung

Die letzten drei Wochen haben gezeigt, wie schnell sich geopolitische Schocks auf Portfolios auswirken können. Der SMI-Verlust von 6,6% innerhalb einer Woche ist erheblich – aber auch das Comeback von +1,6% an einem einzigen Tag nach Trumps Tweet zeigt: Diese Märkte sind von Nachrichten getrieben, nicht von Fundamentaldaten.

Das ist das eigentliche Problem. Wenn ein einziger Tweet oder eine Pressemitteilung aus Washington den Ölpreis um 14% bewegt, wird langfristiges, rationales Anlegen extrem schwierig. Was können Anlegerinnen in dieser Situation tun?

Erstens: Nicht in Panik verkaufen. Wer bei -6,6% verkauft hat, hat den +1,6%-Tag verpasst. Timing ist nahezu unmöglich. Zweitens: Diversifikation überprüfen. Ein zu hoher Anteil an zyklischen Werten (Industrie, Reise, Transport) ist in diesem Umfeld riskant. Drittens: Den Zeithorizont beachten. Wer langfristig anlegt – und das sollte jeder Anleger –, übersteht auch solche Schocks. Die Geschichte der Märkte zeigt: Nach jedem grossen Rücksetzer folgt die Erholung.

Was es für Schweizer Anleger bedeutet

💡 Konkrete Handlungsempfehlungen

  • Defensivere Ausrichtung: In volatilen Phasen bieten Nestlé, Roche und Novartis Stabilität. Diese SMI-Schwergewichte sind weniger zyklisch als Industriewerte.
  • Energie-Diversifikation: Wer keine Energieaktien im Portfolio hat, verpasst derzeit Gewinne. Shell, TotalEnergies oder Energiefonds können als Absicherung dienen.
  • Gold überdacht: Gold hat zunächst profitiert, dann einen starken Rücksetzer erlitten. Es bleibt ein sinnvoller Diversifikator, aber kein verlässlicher kurzfristiger Schutz.
  • Rebalancing nutzen: Wer durch den Rücksetzer aus der Zielallokation gerutscht ist, kann die günstigen Kurse nutzen, um günstig nachzukaufen.
  • Langfristiger Anlagehorizont: Wer regelmässig in ETFs oder Säule-3a-Wertschriftenlösungen einzahlt, profitiert durch den Cost-Averaging-Effekt von tieferen Kursen. Mehr über ETF-Strategien in der Schweiz.
Portfolio Diversifikation
Diversifikation schützt vor geopolitischen Schocks – kein Einzelwert kann ein ausgewogenes Portfolio ersetzen. Bild: Unsplash / Patrick Weissenberger

Fazit

Der Iran-Krieg ist ein brutaler Reminder: Geopolitik ist nicht planbar, aber ihre Auswirkungen auf Märkte sind real. Der SMI-Verlust von 6,6% in einer Woche und die anschliessende Erholung von +1,6% an einem Tag sind symptomatisch für eine Ära, in der Tweets, Pressemitteilungen und militärische Entscheide Kurse bewegen. Was bleibt, ist die Kernbotschaft des langfristigen Investierens: Diversifiziert bleiben, nicht in Panik verkaufen und die Volatilität als Chance nutzen – nicht als Grund zum Kapitulieren.

Quellen

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