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Iran-Krieg erschüttert Weltwirtschaft: Ökonom Wellershoff warnt vor globaler Rezession
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Iran-Krieg erschüttert Weltwirtschaft: Ökonom Wellershoff warnt vor globaler Rezession

Die Weltwirtschaft steht möglicherweise vor ihrer grössten Bewährungsprobe seit der Finanzkrise 2008. Der renommierte Schweizer Ökonom und Anlagestratege Klaus Wellershoff warnt in einem Interview mit der NZZ eindringlich: «Wir stehen am Rande einer Weltrezession». Der Iran-Krieg, der seit Wochen die internationalen Märkte in Atem hält, entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Brandherd mit globalen Auswirkungen.

Darum gehts:

  • Der Schweizer Ökonom Klaus Wellershoff sieht wegen des Iran-Kriegs grosse konjunkturelle Risiken und rechnet mit weiteren Kursverlusten an den Börsen
  • Die USA geben laut NZZ-Podcast täglich 2 Milliarden Dollar für den Krieg aus – die wahren volkswirtschaftlichen Kosten liegen noch deutlich höher
  • Der Ölpreis schwankt stark: Nach Trumps Ankündigung möglicher Friedensverhandlungen fielen die Preise kurzzeitig, bleiben aber auf hohem Niveau
  • Die Angriffe auf wichtige Energieinfrastruktur sorgen für maximale Unsicherheit an den Börsen

Was berichten die Medien?

Die internationale Medienlandschaft zeichnet ein beunruhigendes Bild der wirtschaftlichen Lage. Die NZZ berichtet ausführlich über die Einschätzung von Klaus Wellershoff, der als ehemaliger Chefökonom der UBS und heutiger Investmentspezialist über jahrzehntelange Erfahrung verfügt. In seinem Interview warnt er vor den massiven konjunkturellen Risiken durch den Iran-Krieg und prognostiziert weitere Kursverluste an den Aktienmärkten.

Ökonomen weltweit analysieren die Auswirkungen der geopolitischen Krise auf die Weltwirtschaft
Ökonomen weltweit analysieren die Auswirkungen der geopolitischen Krise auf die Weltwirtschaft
Bild: AlphaTradeZone / Pexels

Die BBC zeigt sich in ihrer Berichterstattung besonders besorgt über die Energiepreise. BlackRock-Chef Larry Fink wird mit den Worten zitiert, dass anhaltend hohe Ölpreise «profound implications» für die Weltwirtschaft haben werden. Die britischen Medien berichten zudem über eine gewisse Entspannung, nachdem Trump Friedensverhandlungen ins Spiel brachte – was zu einem kurzzeitigen Rückgang der Ölpreise führte.

Die New York Times fokussiert sich stark auf die militärischen und geopolitischen Aspekte. Das Blatt berichtet über Israels Angriffe auf Teheran und die Entsendung von 2000 US-Luftlandetruppen in den Nahen Osten. Besonders brisant: Die Zeitung thematisiert auch historische Parallelen und erinnert an einen Vorfall von 1988, als ein US-Kriegsschiff auf eine iranische Mine lief – ein Mahnmal für die Gefahren militärischer Eskalation in der Region.

Unterschiedliche Perspektiven

Die Berichterstattung über die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs unterscheidet sich je nach Region erheblich. Während westliche Medien primär die makroökonomischen Risiken und Börsenturbulenzen in den Fokus rücken, berichten asiatische Quellen über sehr konkrete Auswirkungen auf den Alltag der Menschen.

Ein eindrückliches Beispiel liefert die NZZ mit einem Bericht aus Mumbai, wo die Gaskrise Gastronomen zu drastischen Massnahmen zwingt. Viele Restaurants mussten schliessen, andere haben ihr Menü reduziert oder sind auf Strom umgestiegen. Diese Mikroebene der Krise zeigt, wie der Konflikt bereits jetzt das tägliche Leben von Millionen Menschen beeinflusst.

Die Philippinen haben laut BBC bereits reagiert und eine Energienotstandserklärung ausgerufen. Präsident Marcos kündigte an, eine Million Barrel Öl zu den bestehenden Vorräten hinzuzufügen – ein Zeichen dafür, wie ernst asiatische Länder die Versorgungslage nehmen.

Europäische Medien zeigen sich gespalten. Während die NZZ aus der Schweiz die globalen wirtschaftlichen Risiken betont, konzentrieren sich deutsche Medien auch auf interne Debatten. Die Diskussion um die Energiewende in Deutschland erhält durch die Krise neue Brisanz, wenn Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ausgerechnet jetzt Förderungen für kleine Solaranlagen streichen will.

Händler an den internationalen Börsen reagieren nervös auf die geopolitischen Spannungen
Händler an den internationalen Börsen reagieren nervös auf die geopolitischen Spannungen
Bild: Yan Krukau / Pexels

Der grössere Kontext

Die aktuelle Krise muss im Kontext einer ohnehin fragilen Weltwirtschaft betrachtet werden. Klaus Wellershoff weist darauf hin, dass die Aktienmärkte auch vor dem Iran-Konflikt bereits hoch bewertet waren. Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, hohen Energiepreisen und bestehenden wirtschaftlichen Schwächen schafft ein explosives Gemisch.

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Historisch gesehen sind Ölkrisen oft Auslöser oder Verstärker von Rezessionen gewesen. Die Ölkrisen der 1970er Jahre führten zu Stagflation – einer toxischen Kombination aus Wirtschaftsstagnation und Inflation. Der NZZ-Podcast «Geopolitik» warnt, dass die direkten Kriegskosten von 2 Milliarden Dollar täglich nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Die indirekten Kosten durch Handelsstörungen, Investitionszurückhaltung und Konsumrückgang könnten um ein Vielfaches höher liegen.

Besonders bemerkenswert ist die Eskalation des Konflikts über den Nahen Osten hinaus. Der mutmassliche iranische Raketenangriff auf den britischen Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean zeigt, dass der Konflikt längst globale Dimensionen angenommen hat. Dies erhöht die Unsicherheit für internationale Investoren und Unternehmen zusätzlich.

Die «maximale Unsicherheit» an den Börsen, von der die NZZ spricht, ist nicht nur eine Momentaufnahme. Sie spiegelt tiefgreifende Zweifel an der Stabilität der internationalen Ordnung wider. Wenn wichtige Seewege wie die Strasse von Hormus bedroht sind, steht nicht weniger als die Architektur des globalen Handels auf dem Spiel.

Die Reaktionen der Politik zeigen die Hilflosigkeit angesichts der Krise. Während Trump von möglichen Friedensverhandlungen spricht und Pakistan als Vermittler ins Spiel bringt, verfolgen Japan und Europa unterschiedliche Strategien im Umgang mit den USA. Die Europäer distanzieren sich vom Iran-Krieg, während Japan Trump umgarnt – ein Zeichen für die zunehmende Fragmentierung der westlichen Allianz.

Die Energieinfrastruktur steht im Zentrum der wirtschaftlichen Verwundbarkeit
Die Energieinfrastruktur steht im Zentrum der wirtschaftlichen Verwundbarkeit
Bild: abdo alshreef / Pexels

Fazit

Die Warnung von Klaus Wellershoff vor einer Weltrezession ist mehr als die pessimistische Prognose eines einzelnen Ökonomen. Sie spiegelt eine wachsende Besorgnis in Wirtschaftskreisen wider, dass der Iran-Krieg zum Auslöser einer globalen Wirtschaftskrise werden könnte. Die täglichen Kriegskosten von 2 Milliarden Dollar sind dabei nur der sichtbare Teil eines viel grösseren Problems.

Die Berichterstattung zeigt, dass die Krise bereits jetzt konkrete Auswirkungen hat – von geschlossenen Restaurants in Mumbai über Energienotstandserklärungen auf den Philippinen bis zu volatilen Börsen weltweit. Die historischen Parallelen zu früheren Ölkrisen sind beunruhigend, wobei die heutige Weltwirtschaft durch globale Lieferketten noch verwundbarer geworden ist.

Die unterschiedlichen regionalen Perspektiven verdeutlichen, dass es keine einheitliche Reaktion auf die Krise gibt. Während einige Länder auf Vorratshaltung setzen, hoffen andere auf diplomatische Lösungen. Die Fragmentierung der internationalen Gemeinschaft erschwert jedoch koordinierte Massnahmen.

Was bleibt, ist ein Bild grosser Unsicherheit. Die Märkte schwanken zwischen Hoffnung auf Friedensverhandlungen und Furcht vor weiterer Eskalation. Wellershoffs düstere Prognose mag sich bewahrheiten oder nicht – sicher ist nur, dass die Weltwirtschaft vor einer ihrer grössten Bewährungsproben seit Jahren steht.

Quellenverzeichnis

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